KLINIK FÜR FRAUENHEILKUNDE UND GEBURTSHILFE

Humangenetik

Eine Besonderheit des Klinikum St. Marien Amberg ist unsere humangenetische Beratungsstelle: Hier finden Menschen Rat, die Grund zur Annahme haben, dass entweder sie selbst an einer erblichen Erkrankung leiden oder eine solche an ihre Kinder vererben könnten. Auch Schwangere, die eine Erkrankung oder Schädigung ihres ungeborenen Kindes befürchten, können hier Hilfe finden. Eine derartige Möglichkeit wird sonst meist nur in Universitätskliniken geboten.

Eine humangenetische Beratung ist für alle Menschen sinnvoll:
Bei Häufung von Krebserkrankungen, z.B. Brustkrebs, in der Familie
Eine humangenetische Beratung vor einer geplanten oder während einer Schwangerschaft ist sinnvoll:

  • Bei Häufung von Erkrankungen in der Familie, vor allem, wenn es sich um recht seltene Krankheiten handelt, z.B. Stoffwechselkrankheiten wie Phenylketonurie oder Mukoviszidose
  • Wenn das Alter der Mutter über 35 und das väterliche Alter über 50 Jahre liegt, da mit zunehmendem Lebensalter das Risiko für eine Anomalie der Chromosomen (Träger der Erbinformation) steigt (z.B. Morbus Down = Mongolismus)
  • Wenn bei einer vorangegangenen Schwangerschaft ein Kind mit Fehl/Mißbildungen oder geistiger Behinderung geboren wurde
  • Wenn eine Frau zwei oder mehr Fehlgeburten erlitten hat
  • Wenn bei einer Ultraschalluntersuchung Anomalien beim Kind festgestellt werden oder Labortests auffällige Ergebnisse liefern
  • Bei möglichen schädlichen Umwelteinflüssen während der Schwangerschaft (z.B. Röntgenstrahlen, Medikamente, besondere Infektionen oder Krankheiten)


Die humangenetische Beratung analysiert das Risiko für eine Erbkrankheit oder für eine mögliche Schädigung des ungeborenen Kindes. Im Falle einer befürchteten Erbkrankheit  muss der Humangenetiker möglichst viele Informationen über die Art der in der Familie gehäuft aufgetretenen Erkrankung erhalten. Deshalb ist es sinnvoll, bereits vor dem Beratungstermin eine Aufstellung über das Auftreten der jeweiligen Erkrankung in der Familie, zumindest bis zur Großelterngeneration, zu machen. Auch sollten möglichst alle vorhandenen medizinischen Informationen (Arztbriefe, Untersuchungsergebnisse) zur Beratung mitgebracht werden.

Ansprechpartner:
Dr. med. Jochen Süß
Leitung der Humangenetischen Beratungstelle der Frauenklinik
Tel.: 09621/14141
Fax: 09621/38-1941