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28.10.2026
Hightech OP-Robotik im Klinikum
Wenn Dr. Lukas Parik von ROSA spricht, merkt man ihm seine Begeisterung sichtlich an. Zwar ist ROSA kein Mensch, dennoch sind beide zumindest im Operationssaal eng miteinander verbunden und arbeiten Hand in Hand – im wahrsten Sinne des Wortes.
ROSA ist ein Robotiksystem, welches nun schon seit einiger Zeit beim Einsatz von neuen Kniegelenken am Klinikum Amberg assistiert. „Wir haben damit bereits eine lange Reihe von Patienten operiert. Die Ergebnisse sind ideal“, freut sich Dr. Lukas Parik. Er ist Leiter der Sektion Orthopädie am Klinikum sowie Leiter des Endoprothetikzentrums, welches seit kurzem als Zentrum der Maximalversorgung ausgezeichnet worden ist. „Wir sind damit neben den Standorten Regensburg und Lindenlohe eine von vier Kliniken in der Oberpfalz, die diese Auszeichnung erhalten haben. Was bedeutet, dass wir unseren Patienten die höchste Stufe an Spezialisierung, Erfahrung und Patientensicherheit anbieten.“ Voraussetzung für ein EPZmax, wie es abgekürzt genannt wird, sind speziell qualifizierte Operateure - vier sind es an der Zahl im Klinikum - standardisierte Behandlungsabläufe, eine enge interdisziplinäre Zusammenarbeit sowie eine kontinuierliche Überprüfung der Behandlungsqualität.
Doch zurück zu ROSA. „Während die Operationen bei Hüftprothesen fast zu 100 Prozent zufriedenstellend für die Patienten ausfallen, sieht dies bei Knieprothesen anders aus. Hier sind immer noch 15 Prozent unzufrieden mit dem Ergebnis.“ Zurückzuführen ist das auf die individuelle Anatomie des Kniegelenks bei jedem Menschen, denn jeder hat einen anderen Gang. Weder mit den Standardimplantaten, die zwar millionenfach erprobt sind, noch mit individuell angefertigten Implantaten, denen es wiederum an erprobter Qualität fehlt, konnte bisher nicht bei allen ein optimales Ergebnis erzielt werden. Doch wo genau setzt ROSA jetzt an? Ansetzen trifft es ganz gut, denn ROSA arbeitet mit einer Software und die erstellt im Vorfeld einer jeden OP ein 3D-Modell, das den Einsatz des neuen Gelenks höchst präzise plant. Eben unter anderem wo während der OP für den Schnitt angesetzt werden muss, um ein optimales Ergebnis zu bekommen. Und optimal ist es dann, wenn das Implantat perfekt positioniert ist. „ROSA erstellt das 3D-Modell, um für uns im Vorfeld zu rekonstruieren wie der Auftritt des Patienten vor der Arthrose war. Wir rekonstruieren die Situation, als das Kniegelenk gesund war. Man muss dazu wissen, dass nicht jeder Mensch eine gerade Beinachse hat. Nur wenn wir das im Vorfeld wissen, ist auch das neue Kniegelenk optimal ausbalanciert, da die Bandspannung am Ende auf beiden Seiten gleich ist. So ist auch das neue Knie wieder gut beweglich“, erklärt Dr. Parik. Die Implantate bleiben die millionenfach und gut erprobten Standardimplantate. „Die Erfolgsquote mit ROSA ist hervorragend. Und das Beste – die Patienten sind nach der Operation gleich in der Lage das Knie zu belasten.“ Trotz all dieser technischen Möglichkeiten vertritt Dr. Parik dennoch das Prinzip – operiert wird wirklich nur, wenn es absolut nötig ist und die Lebensqualität der Betroffenen trotz Krankengymnastik und Sport stark eingeschränkt bleibt.