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03.03.2026
Klinikum stellt Neuerungen vor
Geburtenrekord im Klinikum – 1520 Entbindungen im Jahr 2025
Im Klinikum St. Marien Amberg herrschte 2025 wahre Babyboom-Stimmung:
1520 Frauen haben hier ihr Kind zur Welt gebracht – so viele wie nie zuvor. Damit setzt das Amberger Klinikum in einem insgesamt rückläufigen Geburtenjahr ein deutliches Ausrufezeichen.
Im deutschlandweiten Vergleich zeigt sich, wie außergewöhnlich der Amberger Rekord ist: Bundesweit gingen die Geburtenzahlen 2025 um 2,98 Prozent zurück – es wurden 628 907 Kinder geboren, 19 314 weniger als im Vorjahr.
In der Oberpfalz fielen die Zahlen zwischen 2022 und 2025 insgesamt um 10,21 Prozent, also deutlich spürbar. Während viele Kliniken darunter leiden, gehört das Klinikum St. Marien Amberg zu den wenigen Häusern in der Region, die in diesem Zeitraum trotzdem zulegen konnten – ein klares Signal, dass sich werdende Eltern ganz bewusst für Amberg entscheiden – für die Qualität und Attraktivität.
„Dieser Erfolg spricht für das Engagement und die hohe Kompetenz des gesamten Teams", betont der Chefarzt der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe Prof. Dr. Thomas Papathemelis.
Das Perinatalzentrum mit der höchsten Versorgungsstufe bietet werdenden Eltern eine Versorgung auf höchstem medizinischem Niveau – von der normalen Geburt bis hin zu komplexen Risikoschwangerschaften. Hier beteiligten sich alle Berufsgruppen von der Diagnostik vor der Geburt, über die Entbindung bis hin zur Versorgung des Babys nach der Geburt.
Mit Blick in die Zukunft stehen in Klinikum nun umfassende Modernisierungen bevor: Die Entbindungsstation wird komplett erneuert, die Kreißsäle werden vergrößert und auf den neuesten Stand gebracht. Zusätzlich wird auch die Kinderklinik grundlegend modernisiert, um Eltern und Neugeborenen noch mehr Komfort, Sicherheit und eine besonders herzliche Atmosphäre zu bieten. Dies ist möglich durch die höchste Einzelförderung des Krankenhausprogrammes von 91,7 Millionen des Freistaates Bayern.
Wichtige Investition für Patienten zur Verbesserung der Diagnostik
Das Klinikum St. Marien Amberg hat in die Verbesserung in der Brustkrebs-Diagnostik investiert. Aufgrund der steigenden Zahl an Vorsorgeuntersuchungen und hat das Klinikum ein zweites modernes Mammographie-Gerät in Betrieb genommen.
„Durch die geänderten Richtlinien beim Mammografiescreening werden deutlich mehr Untersuchungen pro Jahr durchgeführt. Die Krebsfrüherkennung beim Brustkrebs wird damit weiter verbessert. Mit dem zweiten Mammografiegerät können wir auch Wartezeiten für Untersuchungen außerhalb des Screenings weitgehend vermeiden", erklärt Klinikumsvorstand Manfred Wendl.
Das zusätzliche Mammographie-Gerät ermöglicht eine effizientere Planung der Termine und eine verbesserte Patientenbetreuung. Es ist mit modernster Technologie ausgestattet, um eine präzise Diagnostik zu gewährleisten und den Komfort für die Patientinnen zu erhöhen.
„Diese Investition unterstreicht unser Engagement, die Früherkennung und Behandlung von Brustkrebs in der Region Amberg und Amberg-Sulzbach nachhaltig zu verbessern", so Wendl.
Prof. Dr. Christian Ritter, Chefarzt des Instituts für Diagnostische und Interventionelle Radiologie erklärt: „2023 wurde das Klinikum in das Mammographie-Screening-Programm für die Region aufgenommen. Durch speziell geschulte Mitarbeiterinnen, die die geforderten Zertifizierungskurse in Theorie und Praxis haben und damit den hohen Qualitätsansprüchen entsprechen, werden am Klinikum qualitätsgesicherte Mammographien im Rahmen dieses Programms durchgeführt. Allein im vergangenen Jahr haben wir in dieser Funktion etwa 6.500 Klientinnen untersucht."
Das hochmoderne und innovative Mammographiegerät bietet eine besonders hohe Bildqualität mit der Diagnosesicherheit deutlich erhöht werden kann.
Und eine weitere Neuanschaffung gibt es im Bereich der Radiologie. „Wir verfügen nun über eine neue Angiographieanlage der neuesten Generation. Bedeutet konkret für unsere Patienten – es liegt bei der Darstellung von Gefäßen künftig eine noch bessere Bildqualität bei gleichzeitig niedriger Strahlendosis vor, eine hohe Detailauflösung sowohl bei 2D- als auch bei 3D-Aufnahmen und es ermöglicht alle diagnostischen und radiologisch interventionellen Eingriffe einschließlich neuroradiologischer Diagnostik und Therapie", so Prof. Dr. Ritter.
Klinikum Amberg verfünffacht handchirurgische Eingriffe
Unter der Leitung von Chefarzt Dr. Ahmet Mestan wurde die Handchirurgie als fester Bestandteil des Leistungsspektrums der Klinik für Unfallchirurgie, Orthopädie und Handchirurgie erheblich ausgebaut. „Wir versorgen sämtliche Frakturen der Hand sowie komplexe Handverletzungen und Krankheitsbilder, die sowohl die Behandlung von Ganglien und Schnappfingern, als auch rheumatische oder arthrotische Erkrankungen umfassen", erklärt Dr. Mestan.
Gemeinsam mit Oberarzt Dr. Burak Doyum wird am Klinikum St. Marien Amberg zweimal pro Woche eine handchirurgische Spezialsprechstunde angeboten. „Hier entscheiden wir, wann eine konservative Behandlung nicht mehr ausreicht und eine Operation erforderlich ist. Die meisten Eingriffe wie künstliche Gelenke am Daumensattelgelenk oder Fingergelenken können wir ambulant durchführen. Der Bedarf ist hoch, die OP-Zahlen in diesem Bereich haben sich um das 5-fache erhöht. Um dem steigenden Bedarf gerecht zu werden, werden weitere Ärzte ausgebildet, da gerade bei chirurgischen Eingriffen an der Hand viel Fingerspitzengefühl nötig ist."
Klinikum St. Marien etabliert roboter-assistierte Operationen
Das robotische Operationssystem DaVinci Xi ist am Klinikum Amberg erfolgreich implementiert worden. Ein „OP-Roboter" operiert nicht selbständig, sondern, unterstützt die Operateure bei Ihrer Tätigkeit. Damit diesem wird die minimal-invasive Chirurgie auf ein noch höheres Niveau gehoben und ermöglicht dem Chirurgen hochkomplexe Operationen in minimal-invasiver Technik durchzuführen. Genauigkeit und Präzision werden durch ein robotisches Operationssystem deutlich erhöht.
„Unsere Patienten profitieren von unserem neuen DaVinci-OP-System in den Bereichen der Allgemein-, Viszeral- und Thoraxchirurgie, der Gynäkologie und der Urologie", so Klinikumsvorstand Manfred Wendl. „Wir haben uns dazu entschieden ein hochwertiges System zu beschaffen, mit dem alle Eingriffe, bei denen Patienten davon profitieren, durchgeführt werden können."
Im Bereich der Viszeralchirurgie wird der Roboter am Klinikum bereits eingesetzt. Der Chefarzt der Abteilung, Prof. Dr. Oliver Stöltzing, hat bereits umfassende Expertise im Umgang mit diesem System. . „Patienten mit Darmkrebs, Zwerchfellbrüchen sowie mit Refluxerkrankungen wurden bereits erfolgreich von uns operiert. Das System ermöglicht es dem Operateur aufgrund der robotisch-gesteuerten Instrumente hoch präzise in einem engen OP-Feld zu operieren ", erklärt Prof. Dr. Oliver Stöltzing, Chefarzt der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Thoraxchirurgie.
„Neben der Viszeralchirurgie arbeiten auch die Chefärzte der Urologie, Dr. Weiser, und der Frauenklinik, Prof. Dr. Papathemelis, maßgeblich an der Etablierung des Systems im Klinikum mit. In den nächsten Monaten werden auch in diesen Fachabteilungen roboter-assistierte Operationen etabliert," so Klinikumsvorstand Manfred Wendl. Er dankt in diesem Zusammenhang dem Verwaltungsrat des Klinikums und dem Stadtrat, dass auch bei den aktuell schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, die Etablierung modernster Techniken am Klinikum ermöglicht wird und so die Patientenversorgung in der Region weiter verbessert werden kann.
Lebensrettende Therapie für Intensivpatienten
Intensivpflichtige Patienten mit schwerstem Herz- oder Lungenversagen können künftig zeit- und heimatnah in der Region versorgt werden. Durch die Spezialisierung von Ärzten und Pflegefachkräften sowie die Anschaffung von sogenannten ECMO-Geräten ist dies am Klinikum St. Marien Amberg jetzt möglich.
Reicht die konventionelle Intensivtherapie nicht aus, um die lebensnotwendigen Funktionen von Herz und Lunge zu ersetzen, kommt die ECMO-Therapie zum Einsatz. „ECMO steht für Extracorporale Membranoxygenierung, was künstliche Herz-Lungen-Unterstützung bedeutet", erklärt Prof. Dr. Andreas Redel, Chefarzt der Klinik für Anästhesiologie und operative Intensivmedizin am Klinikum Amberg. „Bei einer ECMO-Therapie wird Blut aus einem großen Gefäß in der Leiste entnommen, über eine künstliche Lunge, den Membranoxygenator, geführt und in ein anderes großes Gefäß in den Körper zurückgepumpt. Der Oxygenator ersetzt den Gasaustusch, der normalerweise in der Lunge stattfindet, entfernt das Kohlenstoffdioxid aus dem Blut und reichert dieses mit Sauerstoff an. Das Blut wird am Ende aufbereitet über einen Katheter in den Körper zurückgeführt."
Die ECMO-Therapie ist damit lebensrettend für Patienten im schwersten Herz- oder Lungenversagen.
„Bisher mussten Spezialisten und Geräte der ECMO-Zentren aus Regensburg oder Nürnberg-Erlangen angefordert werden, um die ECMO-Therapie bei unseren Patienten anwenden zu können. Dies entfällt künftig und wir sparen damit viel wertvolle Zeit für unsere Patienten", betont auch Chefarzt Prof. Dr. Christoph Birner, der in der Klinik für Innere Medizin I gemeinsam mit seinem Team das Spektrum der Kardiologie und der internistischen Intensivmedizin abdeckt.
Das Klinikum Amberg schließt damit eine wichtige Versorgungslücke in der Region.