11.02.2026

Ukrainische Familie glücklich gemacht

„Es ist schon alles sehr schwer für mich und ich bin jetzt einfach nur froh meinen Mann für zwei Wochen hier bei mir zu haben", erzählt Cvitlana. Sie lebt gemeinsam mit ihrer Mutter in Marktredwitz, hat die Ukraine aufgrund des Krieges verlassen, da sie schwanger war. „Ehrlich gesagt ich hatte einfach nur Angst vor der Vorstellung mein Kind in der Ukraine in mitten eines Krieges auf die Welt zu bringen. Das wollte ich nicht. Mein Mann und meine Schwiegermutter wollten aber in der Ukraine bleiben, also bin ich alleine mit meiner Mama nach Deutschland."
Anfang Dezember 2025 kam ihre kleine Tochter Ariana im Klinikum Weiden auf die Welt. „Eigentlich haben wir uns die Zeit, wo mein Mann nun hier ist, anders vorgestellt. Wir wollten die Zeit zu dritt einfach nur genießen, gemeinsame Spaziergänge mit dem Kinderwagen unternehmen. Leider wurde daraus nichts, denn ich habe schon zwei Stunden nach der Geburt gespürt, dass irgendetwas mit Ariana nicht stimmt." Eine Röntgenaufnahme brachte Klarheit. Die Kleine leidet an einer Fehlbildung der Speiseröhre, was zur Folge hat, dass sie nicht schlucken kann. Die Aufnahme von Flüssigkeit und Nahrung nicht funktioniert. „Bei dieser angeborenen Fehlbildung ist die Durchgängigkeit der Speiseröhre nicht gegeben und zusätzlich besteht eine Verbindung mit der Luftröhre. Die einzige Therapie, die hier Erfolg zeigt, ist eine Operation und das so schnell wie möglich. Am besten bereits am zweiten oder dritten Lebenstag. Deshalb wurde Ariana am Ende zu uns nach Amberg verlegt", so MUDr. Spacil. Das Spektrum an Operationen an der Klinik für Kinderchirurgie ist groß und umfasst Eingriffe aus der Neugeborenen-, Allgemein-, Bauch-, Thorax- und Perinatalchirurgie. MUDr. Karel Spacil und Dr. Patrik Sperling, beide Kinderchirurgen in Amberg, haben den etwa zweieinhalb stündigen Eingriff bei Ariana am offenen Brustkorb durchgeführt. Mit Erfolg, sie sind zufrieden. „Nach ca. einer Woche haben wir es mit Flüssigkeitszufuhr in Form von Wasser und Tee versucht, das klappt schon gut. Wir können nun auch bald die Magensonde entfernen", ist MUDr. Spacil positiv.
Pünktlich als der Papa aus der Ukraine zu Besuch kommt, kann Ariana auch auf den Beatmungsschlauch verzichten und aus dem Inkubator, sodass sie nun im Arm von Papa und Mama kuscheln kann. Ein besonderer Moment für alle. „In Amberg habe ich erst einmal psychologische Unterstützung erhalten, da ich alles verarbeiten musste. Ich war einfach überfordert mit der Situation. Ich fühle mich aber gut aufgehoben und alle haben sich die Zeit genommen mir alles genau zu erklären und was nun mit Ariana passiert." Ein Auto besitzt Cvitlana nicht, sodass ihr Mann für den Zeitraum, wo er hier ist, täglich mit dem Zug von Marktredwitz nach Amberg kommt. Drei Stunden dauert allein die Hinfahrt.
„Wenn der Krieg vorbei ist, wollen wir wieder zurück in unsere Heimat. Mein Mann wartet dort auf Ariana und mich. Es ist sehr schwer für ihn von uns getrennt zu sein, doch aktuell geht es nicht anders. Maximal 38 Tage pro Jahr dürfen ukrainische Männer im Moment ausreisen und auch nur mit speziellen Dokumenten. Aber wir werden das schaffen."