12.09.2023

App für Krebspatienten bald in Testphase

„Eine Krebsdiagnose ist ein Schock für die Betroffenen. Neben einer modernen Therapie sind auch weitere Faktoren für den Behandlungserfolg der konventionellen Krebsbehandlung entscheidend. Das ganzheitliche Amberger Modell der Integrativen Onkologie, das mit Behandlungsangeboten aus den Bereichen Bewegung, Ernährung, Entspannung, Psychoonkologie und Kunsttherapie Patienten verbindet, kann hier einen wichtigen Beitrag leisten. Mit dem Modellprojekt sollen Patientinnen und Patienten im Rahmen ihrer ganzheitlichen onkologischen Behandlung digital unterstützt und begleitet werden – ein innovatives Projekt, das der Freistaat mit rund 210.000 Euro über drei Jahre fördert." Dies betont Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek bei der symbolischen Übergabe des Zuwendungsbescheides vor Ort im Klinikum St. Marien Amberg.
Selbst etwas zur Gesundheit bei einer Krebserkrankung beitragen können, ist der Ansatz des Modells der Integrativen Onkologie. Entscheidet sich ein Krebspatient, das komplette Kursangebot der Integrativen Onkologie wahrzunehmen, so kostet dies rund 3.000 Euro. Kosten, die für den Patienten über Spenden finanziert werden. „Wir sind aktuell noch auf diese Spenden angewiesen, andernfalls würde das Klinikum hier schnell an seine finanziellen Grenzen stoßen. Im Moment übernimmt nur die Knappschaft die Kosten für ihre Versicherten. Wir befinden uns aber aktuell in Verhandlungen mit der AOK", erklärt der Ärztliche Direktor, Dr. Harald Hollnberger. Die App ist für diese Verhandlungen ein wichtiger Baustein, denn dank der App kann auch die Compliance der Teilnehmer erfasst sowie deren Gesundheitszustand und auch die Anzahl der Krankenhausaufenthalte im Auge behalten werden - zwei wichtige Faktoren für die Krankenkassen in puncto Wirtschaftlichkeit. Im Hintergrund erfasst die App deshalb wertvolle Daten, die aber stets in absoluter Transparenz mit den Patienten besprochen werden. „Mit Hilfe der App können Patienten uns ihre Zufriedenheit durch das Ausfüllen von Fragebögen wiederspiegeln. Auch die Hospitalisierungsrate sowie der Krankheitsverlauf werden dokumentiert. Die Ergebnisse fließen dann in Zusammenarbeit mit der Uniklinik Erlangen in ein Statistikprogramm ein, werden ausgewertet und am Ende anonym an die Krankenkassen weitergeleitet. Das Patiententagebuch, das den Gesundheitszustand erfasst, ist auch für den behandelnden Arzt eine wichtige Informationsquelle in der Behandlung", so Koordinatorin Annika Wawersig. „Unser Ziel ist es, dass die Krankenkassen künftig die Kosten für die Teilnahme am Programm vollständig übernehmen."
Die erste Testphase der App soll noch im Winter dieses Jahres stattfinden. Der offizielle Start der kostenlosen App wird voraussichtlich Anfang nächsten Jahres sein.