SEKTION FÜR KINDERORTHOPÄDIE

Kindertraumatologie und posttraumatische Fehlstellungen

Bei akuten Unfällen wenden Sie sich bitte direkt an die Notaufnahme des Klinikums Amberg oder Ihres nächsten Krankenhauses.


Bei Fragen zu Mit- oder Weiterbehandlung können Sie kurzfristig einen Termin in unserer kindertraumatologischen Sprechstunde vereinbaren.

 

Die Verletzung des wachsenden Skelettes (Frakturen, Knochenbrüche) erfordert eine besondere Kenntnis von den Wachstumsfugen der Knochen, den speziellen „kindertypischen" Frakturen und Wachstumsprognosen.
Viele Frakturen im Kindesalter können auch ohne Operation behandelt werden. Viele etwas „schief" verheilte Knochenbrüche werden im Laufe des Wachstums wieder gerade... aber nicht alle!


Zu wissen was „sich auswächst", was „schief bleibt" und was „noch schiefer" wird, ist die zentrale Aufgabe eines Kinderorthopäden.

Was „sich auswächst" braucht meist keine Operation. Mit diesem Wissen kann man dem betroffenen Kind einen Eingriff und einen oder mehrere Krankenhausaufenthalte ersparen.

 

Was „schief bleibt" muss operiert werden. Hierfür stehen spezielle kindgerechte Verfahren zur Verfügung. Ist eine entsprechende Operation versäumt worden oder ein zunächst gerader Knochenbruch unerwartet abgekippt und so verheilt, so ist eine korrigierende Operation (Umstellungsosteotomie) nötig. Relativ häufig kommen solche Situationen am kindlichen Ellenbogen vor.

 

Was „noch schiefer" wird muss ebenfalls operiert werden. Hier gibt es einige seltene Frakturen, die das Wachstum asymmetrisch aktivieren und so z.B. aus einem geraden Bein ein X-Bein machen. Öfter, aber zum Glück auch eher selten, kommt es aber durch den Knochenbruch zu einem Schaden an der Wachstumsfuge. Dies führt dann zu einem mangelhaften oder asymmetrischen Wachstum.


Die Behandlung solcher Situationen ist relativ komplex und erfordert eine gewisse Erfahrung. Wir verwenden hier neben Umstellungsosteotomien zur Achskorrektur auch Wachstumslenkungen und Knochenverlängerungen. Letztere können häufig mit motorgesteuerten Implantaten elegant gelöst werden.

 

Grenzgebiet zwischen Kindertraumatologie und Kinderorthopädie

 

Manche Verletzungen entstehen zwar durch Unfälle, beruhen jedoch auf einer vorhergehenden Erkrankung.
Typisch zählen dazu:
• Patellaluxation (Verrenkung der Kniescheibe)
• Osteochondrosis dissecans (Durchblutungsstörung des Gelenkknorpels)
• Epiphysiolysis capitis femoris (Abrutsch des Hüftkopfes)

 

Die Behandlungen solcher Erkrankungen bzw. Verletzungen sind langwieriger als bei einfachen Knochenbrüchen.
Erfreulicherweise können wir häufig durch minimal-invasive moderne Behandlungstechniken gute Erfolge erreichen. Dazu zählen unter anderem:
• Arthroskopie (Gelenkspiegelungen)
• Knorpelersatzbehandlungen
• Resorbierbare Implantate (Schrauben und Pins, die sich selbst auflösen)
• MPFL Plastik und andere Bandersatzplastiken