SEKTION FÜR KINDERORTHOPÄDIE

Gutartige Knochentumore

Bösartige (maligne) Knochentumore sind im Kindesalter erfreulicherweise sehr selten. Ihre Behandlung muss an einen Zentrum mit Kinderonkologen und auf Kinder spezialisierten Sarkomchiurgen erfolgen.

 

Gutartige (benigne) Knochentumore treten relativ häufig auf. Der häufigste gutartige Knochentumor ist das Osteochondrom (kartilaginäre Exostose).
Erfahrung spielt bei der Diagnose und Behandlung benigner Knochenneubildungen eine große Rolle, denn einerseits muss die Abgrenzung zu einem möglichen bösartigen Tumor sicher erfolgen, andererseits ist eine gute Kenntnis des natürlichen Verlaufs notwendig. Einige gutartige Tumore verursachen Probleme, andere stören nicht und es gibt auch solche, die von alleine verschwinden.

 

Häufige gutartige Knochentumore sind:

 

  • Osteochondrom (kartilaginäre Exostosen)

o Es kommt gelenksnah zu einer blumenkohlartigen Ausstülpung des Knochens, die bis zum Wachstumsabschluss wächst.
o Das Osteochrondrom selbst ist nicht schmerzhaft, kann aber häufig zu Schmerzen führen wenn es an Stellen liegt, die starker Belastung ausgesetzt sind (z.B. Schienbein bei Fußballern).
o Ein großes Osteochondrom kann kosmetisch stören oder die Beweglichkeit des benachbarten Gelenks einschränken.
o Die Behandlung erfolgt idealerweise jenseits des 10. Lebensjahres, um ein Wiederkehren (Rezidiv) zu vermeiden.

 

  • Multiple kartilaginäre Exostosen (Exostosenkrankheit)

o Bei dieser autosomal dominant vererbten Erkrankung kommt es zum Auftreten einer Vielzahl von Osteochondromen (s.o.)
o Im Gegensatz zu isoliert auftretenden Osteochondromen können multiple kartilaginäre Exostosen zu Deformierungen der Knochen und Gelenke führen. Auch eine bösartige Entartung im Erwachsenenalter ist möglich.
o Die Therapie ist äußerst individuell und richtet sich nach den Beschwerden der PatientInnen.

 

  • Juvenile Knochenzyste

o Im Knochen entsteht eine Zyste, die den Knochen aushöhlt die Stabilität erniedrigt und den Knochen so für Verletzungen anfällig macht.
o Meist fallen juvenile Knochenzysten durch eine Fraktur (Knochenbruch) auf.
o Die Behandlung erfolgt durch dünne Nägel, die in den betroffenen Knochen eingebracht werden. Diese Stabilisieren einerseits den Knochen und beschleunigen die Rückbildung der Zyste. Eine sichere Abgrenzung von einer bösartigen Ursache ist im Vorfeld der Operation essentiell.
o Juvenile Knochenzysten bilden sich meist innerhalb von Jahren selbständig zurück.

 

  • Aneurysmatische Knochenzysten

o Ähnlich wie die juvenile Knochenzyste höhlt auch die aneurysmatische Knochenzyste den betroffenen Knochen aus und macht ihn für Frakturen (Knochenbrüche) anfällig.
o Im Gegensatz zu den juvenilen Formen, bilden sich aneurysmatische Knochenzysten nicht zurück, sondern wachsen weiter.
o Die Behandlung erfolgt nach gründlicher Diagnosestellung durch Ausräumung der Zyste und Auffüllen mit Knochenmaterial oder Knochenzement.

 

  • Seltene gutartige Knochentumore

o Es gibt eine Reihe seltenerer Knochentumore (Osteoiosteom, Osteofibröse Dysplasie, Chondromyxoidfibrom...) die jeweils unterschiedliche Behandlungen benötigen. Dies reicht von reiner Beobachtung über die minimal invasive Behandlung bis hin zur vollständigen Entfernung.