SEKTION FÜR KINDERORTHOPÄDIE

Gangauffälligkeiten und Gangstörungen


Ab dem Alter von etwa einem Jahr beginnen Kinder zu stehen und zu gehen. Dabei ist die Bandbreite des Zeitpunkts des normalen Gehbeginns groß: Manche Kinder machen bereits kurz vor ihrem ersten Geburtstag die ersten freien Schritte, während sich andere bis zum Alter von 18 Monaten damit Zeit lassen.


Erst ein Gehbeginn nach dem 18. Lebensmonat gilt als verspätet und benötigt eine weitere Abklärung. Auch ein verspäteter Gehbeginn muss aber nicht unbedingt problematisch sein.


Mit den ersten Schritten beginnen oftmals auch die ersten Sorgen der Eltern, Verwandten und Freunden, ob die Kinder auch wirklich „normal" laufen. Denn gerade beim Erlernen des Gehens machen Kinder teils merkwürdig anmutende Bewegungen. Manche Kinder hinken, andere gehen auf Zehenspitzen, wieder andere ziehen immer ein Bein nach... Fast alles davon ist normal und wird sich von ganz alleine geben.


Die Abgrenzung zwischen den „normalen" Gangauffälligkeiten und krankhaften Situationen können wir häufig in der Sprechstunde schnell klären. In einigen Fällen ziehen wir hier unsere KollegInnen der Kinderneurologie dazu.


Jenseits des zweiten Lebensjahres sollte sich endgültig ein flüssiges Gangbild mit einem Fersenerstkontakt und symmetrischem Schwungmuster der Beine eingestellt haben. Lediglich ein Einwärtsgang, also das nach innen zeigen der Fußspitzen ist bis zum Alter von ca. 10 Jahren meist unproblematisch.

 

Bei nachgewiesenen Gangstörungen muss neben der Ursachenforschung auch eine Unterstützung durch Krankengymnastik oder spezielle orthopädische Hilfsmittel erfolgen.
Im höheren Alter können, insbesondere bei neurologischen Ursachen, auch Operationen helfen das Gehen zu stabilisieren, den Gangzyklus zu beschleunigen und die Selbständigkeit zu erhöhen.
In Einzelfällen setzen wir ein mobiles Ganganalysesystem zur präoperativen Planung ein. Diese Untersuchung ermöglicht es alle Gelenke der unteren Extremität (Hüft-, Knie- und Sprunggelenke) zu jedem Zeitpunkt des Gangzyklus räumlich und zeitlich zu erfassen.