SEKTION FÜR KINDERORTHOPÄDIE

Fußchirurgie

Angeborene und erworbene Fußfehlstellungen erfordern in einigen Fällen chirurgische Maßnahmen. Ein verformter, instabiler oder schmerzhafter Fuß kann zu Schwierigkeiten bei der körperlichen Aktivität führen. Dies reicht von Beschwerden beim Sport bis zum Verlust der Stehfähigkeit.

 

Typische angeborene Fußfehlstellungen und Fußfehlbildungen, die eine chirurgische Behandlung erfordern sind:


• Der angeborene Klumpfuß
o Trotz der guten Korrektur durch die Ponseti-Gipstherapie ist häufig eine Verlängerung (bzw. Tenotomie) der Achillessehne am Ende der Therapie notwendig.
o Rezidive, also wiederkehrende Fehlstellungen erfordern gelegentlich Sehnenversetzungen, Gelenk- oder Knocheneingriffe.


• Der angeborene Plattfuß (Talus vertikalis)
o Auch hier ist eine Gipsbehandlung häufig erfolgreich und kann die zusätzlichen operativen Maßnahmen minimieren.


• Zehenfehlstellungen /-bildungen
o Überzählige Zehen (z.B. Hexadaktylie) erfordern eine Entfernung der überschüssigen Gliedmaßen, um eine Schuhversorgung zu ermöglichen.
o Miteinander verwachsene Zehen (Syndaktylien) erfordern im Gegensatz zu einer solchen Situation an der Hand in der Regel keiner Maßnahmen.


• Komplexe Fußfehlbildungen
o Im Rahmen von Syndromen oder sog. longitudinalen Fehlbildungen (z.B. Fibulahypoplasie) können komplexe Fußfehlstellungen vorkommen. Diese sind oft eine Kombination aus unterschiedlichen Fehlstellungen und Fehlbildungen. Ihre Behandlung ist sehr individuell.

 

 

 

Typische erworbene Fußfehlstellungen und Fußfehlbildungen, die eine chirurgische Behandlung erfordern sind:


• Der neurogene Spitzfuß
o Ein Spitzfuß kommt häufig bei neurologischen Erkrankungen mit Spastik vor. Die Behandlung ist zunächst konservativ, also nicht operativ. Im höheren Alter kann jedoch eine Wadenmuskelverlängerung nötig sein. Diese können wir häufig minimal-invasiv mit einer perkutanen Myofasziotomie (OP n. Ulzibat) durchführen.


• Der neurogene Klump- oder Knickfuß
o Kommt es infolge einer neurologischen Erkrankung zu einer Klumpfuß- oder Knickfußstellung und ist diese strukturell, also nicht mehr mit Maßnahmen von außen (Einlagen, Orthesen) korrigierbar, so ist i.d.R. eine Fußkorrektur nötig.
o Auch bei noch flexiblen, also von außen korrigierbaren Fehlstellungen kann eine Operation im Jugendalter Sinn machen, um die notwendige Versorgung mit Hilfsmitteln (z.B. Orthesen) zu verringern oder Überflüssig zu machen. Dies erhöht die Selbständigkeit der PatientInnen und erleichtert den Übergang ins Erwachsenenalter.


• Der (Ballen-)Hohlfuß
o Insbesondere bei sog. peripheren Neuropathien (z.B. Hereditäre Sensorisch Motorische Neuropathie) kann es zu einer Hohlfußstellung kommen. Je nach Ausprägung sind chirurgische Maßnahmen erforderlich.


• Der Knick-Senkfuß
o Man unterscheidet den im Kindesalter vollkommen normalen flexiblen Knick-Senkfuß (Plattfuß), der sich von alleine aufrichtet, vom Knick-Senkfuß des älteren Jugendlichen oder Erwachsenen.
o Bei älteren Patienten können operative Korrekturen notwendig sein, dies muss aber immer im Einzelfall gut abgewogen werden.