KLINIK FÜR INNERE MEDIZIN III

Psychologie

Die klinische Psychologie im Bereich der geriatrischen Frührehabilitation umfasst einerseits die Aufgabe, mittels standardisierter psychometrischer Verfahren, die geistige Leistungsfähigkeit (z.B. dementielle Erkrankungen) sowie eine emotionale Beeinträchtigung (z.B. Depression oder Ängste) im höheren Lebensalter zu erfassen. Andererseits wird der ältere Patient sowie dessen Bezugspersonen in seinem Krankheitsverlauf (neuro)psychologisch begleitet und in seiner Krankheitsbewältigung unter Ausschöpfung seiner individuellen Ressourcen empathisch unterstützt. Ziel ist die Selbstständigkeit des Patienten auch im hohen Alter bestmöglichst zu erhalten, zu fördern und eine Pflegebedürftigkeit abzuwenden. Deshalb liegt der Fokus der (neuro)psychologischen Therapie auf der Förderung, der Stabilisierung und dem Erhalt vorhandener Fähigkeiten sowie dem Aufbau von kompensatorischen Strategien bei anhaltenden körperlichen und psychischen Beeinträchtigungen.

Neuropsychologische Diagnostik:
  • Orientierung
  • Aufmerksamkeit
  • Wahrnehmung
  • Raumverarbeitung
  • Lernen und Gedächtnis
  • Exekutiver Funktionen (z.B. Problemlösen, Planen)
  • Sprache und Sprechen (z.B. Wortfindungsstörung)
  • Kulturtechniken (Lesen, Schreiben, Rechnen)

(Neuro)psychologische Therapie:
  • gezielte neuropsychologische Intervention nach erworbener Hirnschädigung
  • kognitive Aktivierung bei leichter kognitiver Beeinträchtigung und bei dementiellen Erkrankungen
  • Selbstwertstabilisierung durch Reaktivierung bisheriger Interessen und Tätigkeiten unter Einbeziehung biografischer und lebensgeschichtlicher Aspekte
  • Unterstützung in der Krankheits- und Alltagsbewältigung durch verhaltenstherapeutische Methoden und Techniken
  • Umgang mit chronischen Krankheiten und Schmerzen sowie Hilfe bei der Auseinandersetzung mit nachlassenden körperlichen und geistigen Fähigkeiten
  • Einsatz und Vermittlung psychologischer Entspannungstechniken (progressive Muskelentspannung nach E. Jacobson, Autogenes Training, Imaginationsverfahren)
  • Begleitung und Unterstützung bei der Konfrontation mit Tod und Sterben
  • Hilfe bei der Verarbeitung von Belastungen, die durch die Erkrankung des Patienten bei den Angehörigen entstehen