MELDUNGEN

12.11.2014
„Ratgeber Gesundheit“ zum Thema „Hirnaneurysmen“
Sharon Stone und Gregor Gysi – so unterschiedlich beide sind, eines haben sie gemeinsam: Beide hatten schon einmal ein Hirnaneurysma, eine gefährliche Ausbuchtung einer Schlagader im Gehirn. Besonders betroffen sind Menschen ab 40, Frauen häufiger als Männer (Verhältnis 5:3). Ursache für ein Hirnaneurysma ist eine schwache Gefäßwand. Diese Schwäche kann angeboren oder beispielsweise durch einen Unfall oder eine Infektion entstanden sein. Neben genetischen Faktoren begünstigen Rauchen und Bluthochdruck die Gefahr, dass sich ein Hirnaneurysma bildet. Um vorzubeugen, sollte diesen begünstigenden Faktoren entgegengewirkt werden – „einen sicheren Schutz gegen Hirnaneurysmen gibt es allerdings nicht“, erklärte Prof. Dr. Andrea Kleindienst, Leitende Oberärztin der Klinik für Neurochirurgie, beim „Ratgeber Gesundheit“ am Klinikum St. Marien Amberg.

„Statistisch gesehen man muss davon ausgehen, dass von den 100 Zuhörern hier etwa fünf von uns mit einem Hirnaneurysma leben“, so die Neurochirurgin. „Die meisten Menschen bemerken es aber nicht. Oft wird deshalb ein Aneurysma erst bei einer Routineuntersuchung festgestellt.“ Gefährlich wird es, wenn ein Hirnaneurysma wächst, denn je größer es wird, desto größer wird auch die Gefahr, dass die Gefäßwand reißt. „Das nennen wir Ruptur“, klärt Prof. Dr. Kleindienst auf. „Nur die wenigsten Aneurysmen platzen tatsächlich, aber wenn das passiert, läuft Blut in den Gehirnraum. Wir sprechen dabei von einer sogenannten Subarachnoidalblutung. Bei einer solchen Blutung besteht akute Lebensgefahr und es muss schnellstmöglich operiert werden.“

Hirnaneurysmen, die noch intakt sind und größer als sieben Millimeter werden, sollten versorgt werden. Eine offene Operation, wie Gregor Gysi sie hatte, ist eine von zwei Behandlungsmöglichkeiten: Dabei wird das Aneurysma mithilfe eines Clips verschlossen. Sharon Stone dagegen wurde interventionell behandelt: „Bei dieser Methode wird die Ausbuchtung des Aneurysmas mit Platinspiralen, sogenannten Coils, aufgefüllt. So kann verhindert werden, dass erneut Blut in die Aussackung läuft. Der Vorteil dieser Methode ist, dass diese Spiralen mithilfe eines Katheters in das Aneurysma eingebracht werden. Es ist also keine offene Operation am Gehirn notwendig. " Die Art der Therapie hängt z. B. davon ab, wo sich das Aneurysma befindet, welche Form es hat und wie groß es ist. „Gemeinsam mit dem betroffenen Patienten besprechen wir alle relevanten Faktoren und entscheiden dann individuell, welche Behandlung die bestmögliche ist“, so Prof. Dr. Kleindienst.

Nach einem Eingriff sollten Patienten regelmäßig zur Kontrolle. Mithilfe einer Angiographie wird dann überprüft, ob das Aneurysma geschlossen bleibt. Sollte es sich wieder öffnen, wäre eine erneute Behandlung – interventionell oder operativ – notwendig. Eine Empfehlung gab Prof. Dr. Kleindienst allen Zuhörern noch mit auf den Weg: „Wenn mindestens zwei Mitglieder Ihrer Familie bereits ein Hirnaneurysma hatten, empfehlen wir, zur Sicherheit eine Voruntersuchung machen zu lassen.“


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